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Fieber bis Husten: Wann Eltern mit dem Kind zum Arzt sollten

Fieber Symbolbild

Bonn/Berlin (dpa/tmn) - Wohl jeder kennt Hausmittel gegen Erkältung, Fieber oder Erbrechen. Und tatsächlich müssen Eltern nicht mit jedem Wehwehchen ihres Kindes gleich zum Arzt gehen. Wann Omas Heilmittel ausreichen - und wann doch etwas Ernstes dahinterstecken könnte.

Fieber: Das ist unter Eltern ein Angstthema, wie Till Dresbach sagt. Er ist Oberarzt in der Neonatologie am Universitätsklinikum Bonn und gibt Notfallkurse für Eltern. Aber: «Fieber ist primär nichts Schlechtes. Es zeigt, dass der Körper sich gegen Erreger zu Wehr setzt.» Bei Kindern spricht man ab 38,5 Grad von Fieber. Fieber messen, aber wie? Unter dem Arm wird die Temperatur nur sehr ungenau bestimmt. Bei kleinen Kindern messen Eltern besser im Po, bei älteren können sie mit entsprechenden Thermometern auch im Ohr messen - dann aber besser zwei Mal.

«Wenn es dem Kind trotz gut geht - wenn es spielt und trinkt, ist es erst mal nicht so schlimm», sagt Dresbach. Ist es hingegen apathisch, liegt im Bett und trinkt nicht mehr, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen. Trinken ist gerade bei Fieber wichtig: «Pro Grad Celsius Körpertemperatur steigt der Flüssigkeitsbedarf um 20 Prozent.» Hat ein Säugling Fieber, sollten Eltern mit ihm auf jeden Fall zum Arzt gehen, sagt Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Husten: Wenn das Kind hustet, ist vor allem viel zu trinken wichtig, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Einige Eltern haben mit Hustensaft etwa mit Efeu oder Primelwurzel gute Erfahrungen gemacht. Außerdem können Eltern die Brust des Kindes einreiben, zum Beispiel mit Lavendelöl. Mit Kindern, die jünger als zwei Jahre sind, sollten Eltern bei Husten aber am besten zum Arzt gehen. Das gilt auch, wenn das Kind Fieber oder zusätzlich Ohrenschmerzen hat, wenn der Husten länger als zwei Wochen hustet oder der Auswurf gelblich-grün oder blutig ist.

Schnupfen: Bei Schnupfen kann Kochsalzlösung aus der Apotheke helfen und oft abschwellendes Nasenspray ersetzen, sagt Dresbach. Wichtig sei, dass abends, wenn das Kind schlafen soll, die Nase frei ist. «Da kann man dann auch abschwellendes Nasenspray verwenden.» Allerdings sollte das nur wenige Tage angewendet werden. Wenn bei einem Kind zusätzlich über 39 Grad Fieber auftritt, sollten Eltern mit ihm zum Arzt gehen.

Heiserkeit: Ist ein Kind heiser, ist es ebenfalls wichtig, dass es viel trinkt, wie Kahl sagt. Wenn zur Heiserkeit Fieber hinzukommt, sollten Eltern mit dem Kind zum Arzt gehen - dahinter kann zum Beispiel eine eitrige Hals- oder eine Mandelentzündung stecken. Und: «Wenn die Halsschmerzen so schlimm sind, dass das Kind nicht mehr schlucken kann, gehen Eltern am besten mit ihm zum Arzt», rät Dresbach.

Erbrechen: Wenn sich das Kind übergibt, sollten Eltern sich zunächst die Frage stellen, ob es in den vergangenen zwei Wochen auf den Kopf gefallen ist - also ob eine Gehirnerschütterung dahinterstecken kann, erklärt Kahl. Gerade mit kleineren Kindern gehen Eltern aber am besten sicherheitshalber immer zum Arzt. Ansonsten gilt bei Erbrechen und auch Durchfall: Viel trinken.

Ausschlag: Hier können Eltern das Ganze erst mal beobachten - sofern das Kind nicht etwa mit gefährlichen Stoffen in Berührung gekommen ist. «Unspezifischer Ausschlag ist eigentlich nie etwas akut Bedrohliches», sagt Dresbach. Kommen aber Halsschmerzen hinzu oder geht es dem Kind allgemein schlechter, kann es sich um Scharlach handeln und man sollte mit dem Kind zum Arzt gehen.

Quelle: Text: dpa / Bild: Bodo Marks (dpa)

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